Wir bremsen

auch für Squirrels — oder wie die Schweden für Eichhörnchen.

Da wir noch Campingtrips zum Grand Canyon (Anfang Juni) und zum Yellowstone Nationalpark (zweite Augusthälfte zur Sonnenfinsternis) geplant haben, habe ich vor ein paar Tagen unser Auto komplett durchgecheckt. Ein kleiner Service mit Ölwechsel, Öl-/Luft-/Innenraumfilterwechsel und Reifenrotation war eh fällig gewesen.
Bei ungeheuren >150 $ Lohnkosten (+Steuer) in hiesigen freien! Werkstätten (ich will gar nicht wissen, was ein Toyota-Händer verlangt) hatte ich mich dann recht schnell entschlossen, die Luftfilterwechsel und andere Kleinigkeiten selbst zu erledigen. Zum Ölwechsel war ich bei einer lokalen Wechselstation und die Reifen wurden bei der Händlerkette kostenlos ummontiert, bei der wir unsere neuen im letzten August während unseres ersten Kalifornientrips in Redding gekauft hatten. Räder werden hier übrigens etwa alle 5000 Meilen zwischen den Achsen umgesteckt, um ein gleichmäßiges Abfahren zu gewährleisten — in anderen Gegenden wie auch in Deutschland passiert das automatisch mit dem Umstecken von Sommer- auf Winterreifen. Dabei konnte ich gleich noch die Dicke der Bremsscheiben (sind alle fast neu) und die Restbelagdicken messen und hatte festgestellt, dass die vorderen Beläge recht stark abgefahren waren (sie hätten wohl schon noch ein paar tausend Meilen gehalten…).
Da sich mir mal wieder die Möglichkeit bot, etwas Sinnvolles zu reparieren, Zeit zu sparen — der Bremsbelagtausch in einer Werkstatt hätte wohl die Abgabe und Abholung des Fahrzeugs mit sich gebracht — und auch aufgrund unserer Finanzlage habe ich die Beläge dann kurzerhand mal wieder selbst getauscht. Die passenden Beläge (diesmal von Brembo, ATE gab es nicht) habe ich online bestellt und neue Führungsstifte und Gummimanschetten für die Schwimmsättel bei O’Reilly gekauft. Werkzeug wie einen Drehmomentschlüssel habe ich von Kollegen und unseren Nachbarn bekommen. Kurz zusammengefasst ging der Belagwechsel heute reibungsfrei in nicht mal zwei Stunden bei Sheila in der Einfahrt über die Bühne, mit neugierigen Kindern und deren selbstgemachten Cocktails. Die Bremsscheiben sowie alle Gummimanschetten waren in Ordnung und selbst die Führungsstifte für die Schwimmsättel liefen einwandfrei, so dass ich diese gar nicht warten musste. Nach einem leckeren Eis verlief die erste Probefahrt direkt heute nachmittag durch die Berge zum Pazifik auch einwandfrei und wir hatten kurz vor Sonnenuntergang noch eine schöne Zeit am Strand. In diesem Zustand können unsere kürzeren und längeren Campingtrips kommen — nächste Woche wird das Dachzelt wieder montiert und es geht dann zu Carolines Geburtstag mit Freunden direkt für drei Nächte in einen nahegelegenen State Park (Big Basin). Wir freuen uns schon sehr! [Benjamin Butz]